Der Kapellenberg erlebte den Tag der offenen Tür

Veröffentlicht: Sonntag, 12. Mai 2013 Geschrieben von Rolf Steffens

Es war schon ein äußerst kurioses Spiel, dass an diesem Freitagabend auf dem Kapellenberg geboten wurde. Da konnten die Zuschauer auf der einen Seite 12 Tore bejubeln und auf der anderen Seite war trotzdem keiner zufrieden. Nicht einmal der Sieger, der sich wenigstens über drei Punkte freuen konnte, aber letztlich ein Spiel gewonnen hatte, dass durchaus auch hätte verloren gehen können. Beide Mannschaften spielten ohne Verständnis dafür, wie man Abwehrarbeit zu organisieren hat und dazu kam noch, dass die Gastgeber im Abschluss versagten und ihren Chancenvorteil gegenüber dem Gegner nicht zu nutzen verstanden, denn trotz der sieben Gegentore, so paradox das klingen mag, hätte Rogätz dieses Spiel auch gewinnen können. Hinzu kam eine Schiedsrichterleistung, die sich dem schwachen Spiel anpasste.

 

Concordia Rogätz I. – SV Groß Santersleben 1924 I.  5:7 (0:4)

Den Gastgebern merkte man nicht an, dass sie gegen den Abstieg kämpfen, denn dazu ging man zu unkonzentriert in dieses Spiel. So war das Spiel noch keine zwei Minuten alt und Marschke hatte bereits das 0:1 erzielt. Nach fünf Minuten gelang Herrmann bereits das 0:2, das allerdings nicht hätte gegeben werden dürfen, denn einmal stand der gegnerische Spieler vorher klar im Abseits und danach hätte auch die Attacke auf Torhüter Zacher abgepfiffen werden müssen. Wenig später zeigte sich der Unterschied an diesem Tag, während die Gäste ihre Chancen nutzten, versagten die Gastgeber wie schon seit Wochen im Abschluss. So wurde Jakubzyk frei gespielt (7.), traf aber den Ball nicht richtig. Fast im Gegenzug (9.) verhinderte eine tolle Faustabwehr von Zacher das 0:3. Danach kehrte ein wenig Ruhe ein, bevor ein Ball beim freistehenden Henicke landete (25.), der aber ohne Wirkung blieb und im direkten Gegenangriff nutzte Herrmann den Konter zum 0:3. Wenig später, nach einem Freistoß, waren drei Rogätzer vor dem Tor frei, doch keiner erreichte die flache Eingabe.  Kurz vor der Pause ein schönes Zusammenspiel zwischen Becker und Jakubzyk (44.), der dann leider am Torhüter scheiterte. Danach noch einmal die Gäste. Zunächst rettete Kreuseler per Kopf auf der Linie (45.+1) und keine sechszig Sekunden später erhöhte Marschke auf den 0:4 Pausenstand.

Nach der Pause kam dann eine entschlossenere Heimmannschaft aus der Kabine und setzte die Gäste sofort unter Druck. Nach einem Foul an Becker gab’s Elfmeter (49.) den Jakubzyk sicher verwandelte. Nur zwei Minuten später eine sogenannte 100%tige Chance für Becker, der aber am Torhüter scheiterte. Der Druck der Gastgeber hielt an und Jakubzyk verkürzte wenig später (53.) auf 2:4. Nach einem Konter der Platzherren (56.) fast der Anschlusstreffer durch Habicht, dessen Abschluss aber leider zu schwach ausfiel.  So hätte es zehn Minuten nach Wiederanpfiff schon 4:4 stehen können und die Concorden blieben weiter am Drücker. Henicke mit einer klare Chance (58.) zu schwach im Abschluss und nur eine Minute später eine schöne Einzelaktion von Jakubzyk, dessen Schuss ganz knapp über’s rechte Toreck segelte. Wie aus dem Nichts stand es plötzlich 2:5 (61.). Nach einem Angriff über links erlief sich der gerade eingewechselte Grolms geschickt den Pass in die Mitte und verwandelte sicher.  Die Gastgeber behielten aber trotzdem den Kopf oben und nach einem Zuspiel von Jakubzyk auf Becker hatte dieser die nächste Möglichkeit (72.), die er aber vergab.  Danach vielleicht eine spielentscheidende Szene, als Schiri. Gerhardi völlig überzogen reagierte und nach einem eher harmlosen Tackling Torhüter Zacher mit Gelb/Rot vom Platz stellte. Trotzdem, die Moral des Tabellenletzten stimmte und Henicke nutzte nach einem Eckball die Kopfballverlängerung von Kuske zum 3:5. Brenzlig wurde es für die Gäste noch einmal, als Henicke nach einem Zuspiel von Becker sogar der Anschluss zum 4:5 gelang (81. ).  In den nun dramatischen Schlussminuten machte sich das Fehlen des etatmäßigen Torhüters dann doch bemerkbar. Leider konnte Torhüter Gronkowski nicht mehr eingewechselt werden, weil bereits drei Spieler ausgetauscht worden waren, sonst wäre vielleicht noch eine Wende möglich gewesen. So aber erlief sich Bernhard, nach einem Patzer von Kuske an der Mittellinie, den Ball und überlupfte aus 35 Meter den zu weit vor dem Tor stehenden Dziubiel zum 4:6 (85.) Mit einem 30-m-Freistoß von Richard (90.) war die Entscheidung gefallen. Es sprach für die Einsatzbereitschaft der Gastgeber, dass sie auch jetzt nicht nachließen und auch in der sechsminütigen Nachspielzeit noch für Furore sorgten. So gab es nach einem groben Foul noch eine Rote Karte und einen Elfmeter (90.+3), den Jakubzyk leider gegen die Latte schmetterte und im Nachschuss den Kopfball über die Latte setzte. Die Resultatsverbesserung gelang dem SVC aber dann doch noch durch einen Kopfballtreffer von Kuske (90.+5).

Rogätz:  Zacher – Kern, Kreuseler (46. Hornig), Gloede, Henicke, Dziubiel, Habicht (46. Zausig), Jakubzyk, Otto (70. F. Braumann), Kuske, Becker.

Santos:  Willi – Kranz, Plate, Bernhard, Richard, Thiele, Dolcke, Röhlecke, Marschke, Huhle (58. Grolms), Herrmann.

Tore:  0:1 Marschke, 0:2, 0:3 Herrmann (7., 25.), 0:4 Marschke (45. +1), 1:4, 2:4 Jakubzyk (49., 53.), 2:5 Grolms (61.), 3:5, 4:5 Henicke (80., 81.), 4:6 Bernhard, 4:7 Richard (90.), 5:7 Kuske (90.+5).

Schiedsrichter:  Gordon Gerhardi (Hadmersleben) – Benjamin Lanski (Oscherlsleben), Maximilian Soppa (Niederndodeleben)

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